Mittwoch, 1. Dezember 2010

Bin so sauer...konnte vor Ärger gar nicht schlafen!!!

Gestern abend war bei uns die Vorbereitungs versammlung der "Kommunionsmütter" zu denen ich dieses Jahr auch gehöre.
Als uns die Materialien ausgehändigt und erklärt wurden, dachte ich zuerst, ich sein in einem Albtraum... die Materialien mit denen bei uns in der Pfarrei die Kinder vorbereitet werden sollen, sind dermassen unterirdisch, ich war ja auf allerhand gefasst,dachte aber, dass man es hier und da noch ein bisschen ergänzen könnte, aber von nichts kommt nichts.

Es sind nur 4 Begegnungen à jeweils 1,5 Stunden vorgesehen; in der ersten Stunde ist Kennenlernen angesagt, wir basteln Blütenblätter mit den Namen der Kinder, die dann um eine Jesus-Kerze gelegt werden.
Das 2.Mal ist dann Zachäus dran, die Stunde geht einigermassen, da geht es um Gemeinschaft mit Schwächeren.
In der 3.Stunde geht es dann in einer Geschichte um den Wert vom Brot und dann wird gemeinsam Brot gebacken und in der 4. Stunde wird ein Fest vorbereitet und gefeiert.
der "Theologische Aspekt" der Vorbereitung soll dann wohl in der Schule im RU stattfinden, das Programm wäre auf der Homepage der Religionslehrer zu finden...also ich hab mir gestern abend einen Wolf gesucht, aber auch nichts richtiges gefunden.
siehe hier:
http://www.reliounsunterricht.lu/dok/bildungsplang.html


Und das Allerbeste zum Schluss: es findet eine gemeinsame Bussfeier statt, da das Thema Beichte erst in der 4.Klasse dran sei und die Kinder dann im 4. Schuljahr
zum 1.Mal zur Beichte gehen werden...das heisst die paar die dann noch übrig sein werden!!!

Ich hab fast die ganze Nacht gegrübelt, was ich denn nun machen könnte,auf jeden Fall wird mein Kind eine "Zusatzausbildung" bekommen, ich bin ja schliesslich vom Fach!
Für die andern Kinder meiner Gruppe: da werde ich auf jeden Fall die Mütter fragen ob sie mit "Überstunden" einverstanden sind...aber die andern Kinder, da weiss ich nicht weiter.

Kommentare:

Sponsa Agni hat gesagt…

O weh! Na, Gott sei Dank hat Dein Kind Dich als lebendiges gutes Vorbild vor Augen... 'seufz*

Führst Du Dein Kind denn vorher zur hl. Beichte, die ja eigentlich vorgeschrieben ist????

Nehme die ganze Sache mit ins Gebet...

Roger hat gesagt…

Liebe Maryse,

Ich verstehe Dich nur zu gut. Wir waren vor zwei Jahren bei unserer ersten Tochter schockiert. Die Erstbeichte habe ich mit ihr Vorbereitet und in einem Kloster gemacht, den hier gibt es ein Versöhnungsgespräch auch erst in der 4. Klasse, Begründung: Kinder können nicht sündigen.
Das traurigste war damals, dass dann sich die Katechetin erdreistete die Erstkommunion den Mädchen zu spenden, während der Pfarrer sich wieder hin setzte.

In diesem Jahr ist nun meine zweite Tochter dran. Jetzt will man noch das die Kinder am Hohendonnerstag zur 1. Kommunion gehen, man will ihnen die Kommunion in beiden Gestalten reichen. Für die Kinder werde selbstverständlich keinen Wein genommen sondern Traubensaft, wurde uns versichert.

Ich bin vorbereitet. Ich habe mir gute Unteralgen für die Kommunionsvorbereitung gekauft, ich werde 1. Beichte und 1. Kommunion selbst vorbereiten und lasse die Schule nebenher laufen.
Ich werde meine Tochter dann zur Erstbeichte führen und nachher zur Frühkommunion. Einzig die Erstkommunionfeier werden wir mitmachen, damit unsere Tochter nicht noch mehr diskriminiert wird.

Ach ja bei, uns sind natürlich auch liturgische Tänze und andere Entgleisungen bei der Erstkommunionsmesse am Weissen Sonntag.

liebe Grüsse

Roger

Johannes hat gesagt…

In der letzten Gemeinde, aus der wir geflüchtet sind, hatte ich - ich war im PGR - einen ausführlichen Disput mit dem Pfarrer. Es ging um die Qualifikation der Personen, die die Erstkommunionkinder vorbereiten. Ich hatte vorgeschlagen, daß der Pfarrer wenigsten ein oder zwei der Vorbereitungsstunden übernimmt. Der Pfarrer trat in Streik, das machen die Kommunionkinderfrauen, meistens völlig ahnungslose Damen ohne einen Hauch theologischer Bildung. Materialien: basteln wir selbst. Weißer Sonntag: Pfarrer holt einen Pappkarton, der mit drei roten Herzchen verziert ist und holt aus dem Pappkarton die "Sorgen", die "Tröstungen" usw. usf. Ich warte auf das "Gebet", daß er aus dem Karton holt. Vergeblich. Mittlerweile weiß ich, warum die meisten "treuen" Gemeindemitglieder den weißen Sonntag meiden wie der Teufel das Weihwasser. Nicht nur wegen des schauerlichen Kasperletheaters, den der Pfarrer so veranstaltet, sondern auch wegen des Publikums, von dem 80% augenscheinlich noch nie oder lange nicht mehr an einer Heiligen Messe teilgenommen haben. Der Pfarrer der Nachbargemeinde läßt die Kinder in weißen Uniformkutten auflaufen, anderorts gibts die Standardkutten sogar mit roten Gürteln. Völlig falsche Symbolik. Martyrium und Taufkleid statt Hochzeit des Lamens und Brautklei. Usw. usf. Die Vorbereitung der Kommunionkinder ist ein Grund für die Emigration, die ich dann schließlich vollzogen habe.
In meiner neuen Gemeinde unterichtet der Diakon die Kinder. Mit beeindruckendem Ergebnis.
Man soll zwar nicht die Gemeinde wechseln, das sei vom Teufel meint C.S. Lewis. Manchmal findet man halt leider keine neue Wohnung am gewünschten Ort. Tja. Aber ich hör jetzt lieber auf, das Thema reizit mich zur Weißglut.

Besucher


-Besucherzähler-